Die Hadersdorfer Kellergasse am Sachsenberg stand im Mittelpunkt der Architekturausstellung „Kellergassen neu gedacht“, die am 26.03. und 27.03.2022 im Pfarr- und Kultursaal der Pfarre St. Peter und Paul gezeigt wurde. Unter der Leitung von Prof. Dr. phil. Andrea Rieger-Jandl und Prof. Dr. Ing. Dörte Kuhlmann präsentierten Studierende der TU Wien ihre Ideen einer neuen wirtschaftlichen Nutzung der heimischen Kellergassen und ihrer Presshäuser, um langfristig eine Perspektive zur Sicherung dieser einzigartigen Kulturlandschaft zu schaffen, die vielleicht auch eines Tages als UNESCO Weltkulturerbe etabliert werden kann.

Im Rahmen dieses Projektes fand eine Kooperation mit der FH Campus Wien (Green Building) und der Universität Wien statt, wobei die historische, baukulturelle und bautechnische Auseinandersetzung mit den Kellergassen und ihrem Nutzungspotential (bzw. ihrer Revitalisierung) für die Region den Schwerpunkt bildete. Die Ausstellung zeigte 14 Projekt-Vorschläge zur sensiblen baulichen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung und Umgestaltung dieses noch relativ wenig erforschten Bautypus und widmete sich auch technischen Aspekten bezüglich des geeigneten Umgangs mit dieser spezifischen Bausubstanz (verschiedene Lehmbaustrukturen, Gelände-terrassierungen, diverse Typologien mit oder ohne Presshaus, diverse Variationen von Kellergewölben, Einbettung in Weingärten, Landschaftsterrassierung).

Den Studierenden war es wichtig, die straßenseitige Fassade der Presshäuser mit ihrer historischen Dachkubatur zu erhalten und etwaige Zu- oder Umbauten nur an der Rückseite der Presshäuser zu konzipieren. Im Rahmen der Ausstellung wurden auch kurze Einblicke in den Lehmbauworkshop mit seinen Baustoffproben gegeben, der vor Ort stattgefunden hatte.

Die gut besuchte Ausstellungsvernissage wurde durch den BM Heinrich Becker eröffnet. Für die passende Weinbegleitung spendeten Winzerhof Zach und Winzerhof Baumgartner eine gelungene Auswahl ihrer Erzeugnisse. (Ao.Univ.Prof.Dipl.Ing.Dr.Ing. Dörte Kuhlmann, Mag. Ernst Steindl)