1. Hadersdorfer Fußwallfahrt zur Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau“ am Hafnerberg
Am Montag, dem 12. Oktober 2026, machten sich nach einer kurzen Wallfahrtseröffnungsandacht in unserer Pfarrkirche vier Frauen, Martha Panek, Monika Burgstaller, Ingrid Leitner, Herta Urach, und ich auf den Weg zur Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau“ am Hafnerberg im Wienerwald. Im Gepäck hatten wir nicht nur unsere Pilgerutensilien für fünf Fußpilgertage, sondern auch, außer unseren eigenen, die Sorgen so mancher Freunde und Freundinnen, die sehr gerne dabei gewesen wären, aber aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mitpilgern konnten. Zuerst ging es flotten Schrittes den Kamp, die Donau und die Traisen entlang nach Traismauer. Am Dienstag führte uns der Weg zunächst noch frisch und fröhlich durch die Weingärten des Traisentales. Unter anderem besuchten wir auch die „Korkenzieherwarte“. Etwa nach zwei Dritteln der Tagesetappe ließen wir die Weingärten hinter uns und es ging lange und zunehmend anstrengend durch die Niederungen des Tullnerfeldes nach Atzelsdorf. Ziemlich müde erreichten wir unser Nachtquartier im Gasthof „Zum Grünen Baum“. Gestärkt und gut ausgeruht pilgerten wir am Mittwoch von Atzelsdorf an den Nordostrand des Wienerwaldes nach Eichgraben-Hutten. Nach einer originellen Nächtigung in einem Privatquartier wanderten wir, zunächst etwas zäh, den Oberlauf der Großen Tulln entlang. Schließlich tauchten wir tief in den Wienerwald ein und erklommen über einen sportlich herausfordernden Pfad seine höchste Erhebung, den Schöpfl, mit Gipfelkreuz, „Matraswarte“, benannt nach einem früheren Präsidenten des Österreichischen Touristenclubs, und unserem letzten Nachtquartier, dem ÖTK-Schöpfl-Schutzhaus auf 893 Metern Höhe. Nach einer geruhsamen Hüttennacht und einer beeindruckenden Morgenandacht auf der „Matraswarte“ mit fast unendlichen Weitblicken in alle Himmelsrichtungen marschierten wir, mit kurzen Zwischenstopps am Heilwasserbrunnen in Sankt Corona am Schöpfl und vor bzw. in der Basilika von Klein-Mariazell fröhlich und zufrieden unserem Ziel, der Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau“ am Hafnerberg, entgegen. Nach einem stärkenden Nachmittagsessen im Gasthaus „Zum Kleinen Semmering“ schlossen wir gemeinsam mit zwei angereisten befreundeten Pärchen, die uns liebenswerterweise die Heimfahrt per PKW ermöglichten, in der Wallfahrtskirche mit einer besinnlichen Andacht unsere Fußwallfahrt ab.
Wir feierten täglich eine Morgenandacht, zumeist an einem schönen und zur Besinnung einladenden Ort am Weg, und ein Abendlob in der Kirche oder Kapelle des jeweiligen Zielortes bzw. beim Schöpfl-Gipfelkreuz. Bei bestem Pilgerwetter konnten wir beim Sammeln vieler schöner landschaftlicher Eindrücke auch unsere Gedanken frei herumschweifen lassen, unserer Lieben und auch all jener gedenken, die zuhause gerade keine leichte Zeit durchleben, und uns in ausgiebigen Gesprächen wechselseitig austauschen.
Diese Fußwallfahrt war der letzte Teil eines Wallfahrtszyklus, der von unserer Pfarrkirche weg in jeweils eine der vier Himmelsrichtungen führte: 2023 ging es südwärts nach Mariazell, 2024 westwärts nach Maria Taferl, 2025 nordwärts nach Maria Dreieichen und 2026 schließlich ostwärts zu „Unserer Lieben Frau“ am Hafnerberg.
Gehen, wahrnehmen, denken, beten, sich ins Klare bringen … – eine Fußwallfahrt kann sehr bereichernd sein.
Dr. Hans Urach