Gedanken zum Sommer

 

Staunen…….

 

„Manche kommen aus dem Staunen nicht heraus, manche nie hinein“, stellte Elfriede Gerstl einmal fest.

Staunen: Eine Gabe, die in den Ferien bzw. im Urlaub leichter fällt.

 

Innehalten

verweilen,

um sich schauen, Menschen und Dinge wahrnehmen,

sie bewundern,

dafür danken…

 

Könnte man im Sommer einmal ausprobieren und dann mitnehmen für den Alltag zu Hause.

 

 

Genug vom Zuviel

 

„Ich habe gerade Zeit. Wo gibt’s denn bitte nichts zu tun?“ – Die etwas hintersinnige Frage zeigt: So einfach ist das nicht mit dem Genießen des Nichtstuns, vor allem, wenn es immer soviel zu tun gibt! Und wenn dann noch der Freizeitstress dazu kommt!

 

Was also gegen das Tun tun? – Sich Gott zum Beispiel nehmen:Er arbeitet. Und wie! Sechs Tage. Und er ruht. Seine „Sonntagsruhe“ sagt: Erst im Seinlassen wird etwas. WER NUR SCHAFFT, IST BALD GESCHAFFT. WER ALLES NUR FERTIG MACHT, IST BALD FERTIG. Tun lebt vom Nichtstun, vom Schauen, von Atemzeiten für die Seele und den Leib.

 

Ach ja, was tun Sie, wenn Sie nichts tun? Am besten nichts. Oder irgendetwas, aber ganz in und aus der Ruhe.

Willi Lambert, SJ

 

 

Die gebratene Ameise

 

Bei den fleißigen Ameisen herrscht eine sonderbare Sitte: Die Ameise, die in acht Tagen am meisten gearbeitet hat, wird am neunten Tag feierlich gebraten und von den Ameisen ihres Stammes gemeinschaftlich verspeist. Die Ameisen glauben, dass durch dieses Gericht der Arbeitsgeist der Fleißigsten auf die Essenden übergehe. Und es ist für eine Ameise eine ganz außergewöhnliche Ehre, feierlich am neunten Tage gebraten und verspeist zu werden.

 

Aber trotzdem ist es einmal vorgekommen, dass eine der fleißigsten Ameisen kurz vorm Gebratenwerden noch folgende kleine Rede hielt: „Meine lieben Schwestern und Brüder! Es ist mir ja ungemein angenehm, dass ihr mich so ehren wollt. Ich muss euch aber gestehen, dass es mir noch angenehmer sein würde, wenn ich nicht die Fleißigste gewesen wäre. MAN LEBT DOCH NICHT BLOSS, UM SICH TOTZUSCHUFTEN:“

 

„Wozu denn dann?“, schrien die Ameisen ihres Stammes. Und sie schmissen die große Rednerin schnell in die Bratpfanne – sonst hätte dieses dumme Tier noch mehr geredet…

 

Paul Scheebert (Sonntagsblatt)

 

 

Das ist herrlich:

 

Mensch sein, leben. Einfach Mensch sein, in die Luft schauen, nach der Sonne, nach den Blumen und in der Nacht nach den Sternen.

Die Menschen leben immer länger, aber nicht immer fröhlicher. Sie meinen noch immer, das sei das Glück des Menschen: viel haben, gut versorgt sein, lange leben. Wehre dich: Du bist an erster Stelle Mensch, um zu leben, um zu lieben, um zu lachen, einfach: um ein wohltuender Mensch zu sein…

Phil Bosmans

 

 

Die Stille neu ent-decken

 

Die Urlaubszeit ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Wert der Stille neu zu entdecken.

Wir kommen heraus aus dem Lärm des Alltags. Uns zumindest stundenweise der dauernden Berieselung zu entziehen – das ist eine Wohltat für Leib und Seele….

Marcus C. Leitschuh

 

Denn:

 

Stille ist nicht auf den Gipfeln der Berge.

Lärm nicht auf den Märkten der Städte;

Beides ist in den Herzen der Menschen.

Laotse

 

 

Nichts tun

 

Auch einmal nichts tun.

Und „nichts“ heißt wirklich NICHTS.

Nicht irgendetwas Nettes zur Erholung,

für das man auch wieder einen Termin,

eine Absprache etc. braucht,

sondern einfach einmal……nichts!

Das ist ebenso schwer wie wirkungsvoll:

 

Selig die Stunden der Untätigkeit,

denn in ihnen arbeitet unsere Seele.

 

Egon Friedell

 

 

 

Eine heilsame und erholsame Urlaubs- bzw. Ferienzeit wünschen allen Leserinnen und Lesern unseres „MITEINANDER UNTERWEGS“ – dankbar für alle Unterstützung

 

Karl MOLNAR                                                        Mag. Franz OFENBÖCK

                Stellv. Vorsitzender                                                              Seelsorger

 

 

 

Impulse…

 

Gesammelt sein

„Je gesammelter ein Mensch in seinem Innersten lebt, umso größer ist die Ausstrahlung, die von ihm ausgeht.“ 

Mystikerin Edith Stein (1891 – 1942)

 

 

Zum Thema „Wertschätzung“

 

1.Der Mensch ist ein liebes- und lobesbedürftiges Wesen,

gleichzeitig aber immer weniger fähig, anderen Menschen 

mit Wertschätzung zu begegnen.

 

2.In einer auf emotionale Kühle und kalte Geschäftigkeit

ausgerichteten Gesellschaft kommen die individuellen

Bedürfnisse nach Zuwendung, Zärtlichkeit (im Sinn von Emotionalität) 

und Zeit – die berühmten drei großen Z – viel zu kurz.

 

3.Anderen mit Wertschätzung begegnen kann nur eine 

Persönlichkeit mit gesundem Selbstwert – oder: Achtung 

und Anerkennung anderer stärkt den eigenen Selbstwert.

 

4.Wenn sich wieder eine Kultur der Wertschätzung

entwickelt, wird auch die für das Überleben der Menschheit

wichtige Empathie gefördert.

 

5.Die Wertschätzungskrise unserer Gesellschaft lässt sich

nur überwinden, wenn jeder Einzelne nicht nur Wertschätzung 

gibt, sondern sie für sich mit Entschlossenheit einfordert.

 

                                                                       Reinhard Haller