Gewidmet allen, die ein hartes Jahr hinter sich haben:

Bewahre, was du hast.

Vergiss, was dir wehgetan hat.

Kämpfe für das, was du willst.

Schätze, was du hast.

Vergib denen, die dir wehgetan

haben, und genieße die,

die dich lieben.

 

Das ganze Leben über warten 

wir auf etwas. Und das Einzige,

was vorübergeht, ist das Leben.

Wir schätzen die wunderbaren

Momente erst, wenn sie zu 

Erinnerungen werden.

 

Tu deswegen das, was du 

schon immer machen wolltest,

bevor es heißt: „Was ich immer 

machen wollte und nie 

getan habe.“    (Karl Molnar)

 

Advent – Gottesanrufungen

 

Jetzt

 

Ohne es zu merken 

haben wir dich klein gemacht

fast unsichtbar.

Schon lange bist du kein Hauptwort mehr.

 

Groß geschrieben wird Handfestes

und was schnell zu haben ist.

 

Du aber bist nicht zu greifen

nicht zu kaufen

nicht zu zähmen.

 

Deshalb wecke uns

wecke mich

störe wieder

und fordere  

heraus.

 

Du Frage-Zeichen

 

Du Leer-Stelle

 

Du Ruf-Wort

 

Du Ruf-Wort zum Leben

 

Du Negation des Todes

 

Du, dessen Name ein Versprechen ist   („Ich bin da“),  Du Gott.                            (Stefan Schlager)

 

Eine gesegnete Adventzeit und die Ahnung, dass das Leben ein Geschenk ist und eine Einladung, 

IHN all-täglich zu erfahren, wünscht allen Leser/innen unseres Pfarrblattes

Mag. Franz Ofenböck, Seelsorger

 

Lass mich langsamer gehen, Herr….

 

Entlaste das eilige Schlagen meines Herzens

durch das Stillewerden meiner Seele.

Lass meine hastigen Schritte stetiger werden

mit dem Blick auf die Weite der Ewigkeit.

Gib mir inmitten der Verwirrung des Tages

die Ruhe der ewigen Berge.

Löse die Anspannung meiner Nerven und Muskeln

durch die sanfte Musik der singenden Wasser,

die in meiner Erinnerung lebendig sind.  

 

Lass mich die Zauberkraft des heilenden Schlafes erkennen,

die mich erneuert.

Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks.

Lass mich langsamer gehen,

wieder Staunen, um die Blumen zu sehen

und die Sterne,

ein Gespräch mit Tiefgang mit einem Freund führen,

ein Tier streicheln,

in einem Buch zu lesen.

Lass mich langsamer gehen, Herr,

und gib mir den Wunsch,

meine Wurzeln tief in den ewigen Grund zu senken,

damit ich emporwachse

zu meiner wahren Bestimmung. (Gebet aus Südafrika)

 

 

WAS ICH DIR ZUM ADVENT SCHENKEN MÖCHTE

 

Einen Orgelton wider den finsteren Morgen,

meinen Atem gegen den Eiswind des Tages,

Schneeflocken als Sternenverheißung am Abend

und ein Weglicht für den verlorengeglaubten

Engel, der uns inmitten der Nacht

die Wiedergeburt der Liebe verkündet. (Christine Busta)

 

 

Advent

 

Vorbereiten – Aufbrechen

 

Wege ebnen – Gräben auffüllen – Krummes gerade biegen

 

Leere füllen – Beziehungen erneuern – Versöhnung schenken

 

Furcht besiegen – Neues wagen – Stimme erheben

 

Der eigenen Tiefe nachspüren

 

Dem Licht trauen – ins Vertrauen kommen   (Nach Helene Renner, KFB St. Pölten)

 

 

Alltagsspiritualität    - Bitte nicht „nur“ lesen…..auch einüben

 

Eine Übung zum Innehalten – Ihnen, den Leserinnen und Lesern ans Herz gelegt:

Gerade die Adventzeit lädt zum Innehalten ein:

 

Innehalten wird in allen Religionen und psychotherapeutischen Konzepten als wirksam angesehen. Es gibt zahlreiche Varianten, letztlich geht es aber immer um das Gleiche: durch den Atem zurück in den Körper zu gelangen und dadurch Gedanken und Gefühle für einen Moment zur Ruhe zu bringen.

Dass das wirkt, ist wissenschaftlich gut belegt. Der ATEM begleitet uns, solange wir leben.

Er ist immer bei uns. Ein Atemzug ist das Erste, wenn wir auf die Welt kommen, und das Letzte, wenn wir sterben.

Atem ist Ausdruck der Lebenskraft. Sich auf den Atem zu fokussieren ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Praktiken, um in die Stille zu gelangen.

Atemübungen sind flexibel. Sie können eine Minute, zehn Minuten oder eine Stunde dauern.

Üben Sie ambesten regelmäßig, so gewöhnen Sie sich leichter an, im Alltag innezuhalten.

Es ist kein großes Ding und trotzdem so wirkungsvoll. 

Einfach still werden und bewusst ein- und ausatmen. 

 

Jeder Tag bietet unzählige Möglichkeiten innezuhalten: vor, während, nach dem Essen, am Schreibtisch, beim Einkaufen, in der U-Bahn, bei einem Gespräch, im Auto, beim Spaziergang usw.

Der Geist beruhigt sich noch mehr, wenn Sie

-       die Hand auf den Bauch legen

-       die Augen schließen

 

Quelle: Harald-Alexander Korp, Dem ruhigen Geist ist alles möglich. Mit Meister Eckhart lernen, im Hier und Jetzt zu sein, Gütersloh 2019

 

Innehalten = meinem Inneren Halt geben

Deine Lebenskraft spüren

Deiner Verletzlichkeit trauen

Deine Dankbarkeit wach halten

 

Inne halten dürfen

das Diktat des Funktionieren-Müssens durchbrechen

die Tagesordnung relativieren

deine Trauer spüren

und deine Angst

ihr die Hand hinhalten

damit sie nicht grenzenlos bleibt

sondern gestaltet werden kann.

 

Innehalten dürfen

Tiefes Ein- und Ausatmen. Im Dasein, im Mitsein, im Eingebundensein

den Boden spüren den tragenden Grund

Gott der Dich tief in sich eingewurzelt hat.                                (Pierre Stutz)

 

 

Zeit aufzustehen

Der Tag ist vorgerückt:
Wir müssen aufstehen.

Zu lange schlummern wir arglos;

Zu lange warten wir,

dass sich etwas ändert.

 

Weder sehen wir die Zeichen der Zeit,

noch erfassen wir den Ernst der Lage.

Es wird nicht so weitergehen;

Der Tag ist vorgerückt.

 

Wir sind gefragt:
Wir müssen aufstehen! (Franz Schlagnitweit)

 

AB HEUTE                                                              Man sollte wissen,

Ab heute                                                                  dass alle kleinen Ereignisse,

Will ich nicht nur Leben haben:                           die das vorübergehende Leben beunruhigen,
Ich will lebendig sein.                                            sich in der Ewigkeit verlieren,

Ab heute will ich nicht nur Frieden haben:         und dass Ergebung, Nächstenliebe, 
Ich will friedlich sein.                                              Gerechtigkeit und Wohltätigkeit

Ab heute                                                                  die einzigen Werte sind,

Will ich nicht nur Hoffnung haben:                      die vor dem Schöpfer aller Zeit

Ich will Hoffnung sein.                                           und aller Wesen Bestand haben. (Voltaire)

Ab heute                                                                  

Will ich keine andere Welt mehr haben:

Meine andere Welt will ich sein.

Ab heute will ich nicht mehr haben.

Ab heute will ich sein. (Alexander Jehle)

                                                                                   

Gedanken zur Weihnacht

 

Frohe Weihnachten!

 

„Willst du uns denn nicht Frohe Weihnachten wünschen?“, wurde der Meister gefragt. Er warf einen Blick auf den Kalender, sah, dass Donnerstag war, und sagte: „Ich möchte euch lieber einen ‚Frohen Donnerstag‘ wünschen.“

Das verletzte das Empfinden der Christen im Kloster, bis der Meister erklärte: „Millionen werden sich nicht über den heutigen Tag, sondern über Weihnachten freuen, wodurch ihre Freude von kurzer Dauer ist. Aber für alle, die sich über den heutigen Tag zu freuen gelernt haben, ist jeder Tag  Weihnachten.“

(Anthony de Mello)

 

 

Gebet

 

Ich suche allerhanden eine Stadt, die einen Engel vor der Pforte hat.

Ich trage seinen großen Flügel gebrochen schwer am Schulterblatt

und in der Stirne seinen Stern als Siegel.

 

Und wandle immer in die Nacht…

-       Ich habe Liebe in die Welt gebracht! – 

Dass blau zu blühen jedes Herz vermag,

und hab ein Leben müde mich gewacht

in Gott gehüllt den dunklen Atemschlag.

 

O Gott, schließ um mich deinen Mantel fest:

Ich weiß, ich bin im Kugelglas der Rest,

und wenn der letzte Mensch die Welt vergießt,

Du mich nicht wieder aus der Allmacht läßt

und sich ein neuer Erdball um mich schließt. 

(Else Lasker-Schüler)

 

Abstiegsgeschichte

 

Gott fragte den Menschen:                                                   Die Weihnachsgeschichte                             

Wie geht es dir?                                                                    ist Gottes Abstiegsgeschichte,

Und um es genau zu sehen,                                                 sie ist die Geschichte

kam er plötzlich vom Himmel herunter,                                der Weggemeinschaft Gottes 

dorthin, wo der Mensch ist und lebt.                                     mit uns.

Er sah es und sagte: Ich bleibe da.                          

Ich werde wie du, ich werde Mensch.                                  Gott interessiert sich dafür,

Ich gehe mit dir – bis in den Tod,                                         wie es uns geht.

und durch den Tod bis zum Leben.                                      

So geht es dir gut!...                                                              (+Bischof Klaus Hemmerle, Aachen)

                                                                                              

 

Ein gesegnetes Weihnachtsfest und das Vertrauen in die Begleitung Gottes im Jahr 2020

wünschen

 

Karl MOLNAR                                                                                  Mag. Franz OFENBÖCK

 

 

Von der Achtsamkeit der Worte

 

 

 

Die drei Siebe

 

Sokrates trifft einen Bekannten, der auf ihn zustürzt und sagt:

 

Ich muss Dir etwas Wichtiges von Deinem Freund berichten.

Hast Du schon gehört, dass …

 

Sokrates:

Nein, warte!

Hast Du das, was Du mir berichten möchtest, schon durch die drei Siebe gefiltert?

 

Nein, warum? Welche Siebe?

 

Ist es wahr, was Du mir berichten möchtest?

Hast Du es schon durch das Sieb der Wahrheit gefiltert?

 

Nein, das habe ich nicht getan, ich weiß nicht , ob es wahr ist, ich habe es nur gehört.

 

Hast du es durch das zweite Sieb, das Sieb der Güte hindurchgelassen?

Hast Du Dir überlegt, ob es gut ist, was Du mir sagen möchtest über meinen Freund?

 

Nein, das habe ich nicht getan.

 

Hast Du es durch das dritte Sieb gefiltert, das Sieb der Nützlichkeit?

Hast Du überlegt, ob es nützlich ist, über das Gehörte zu berichten?

 

Nein, das habe ich nicht getan.

 

Dann behalte das, was Du mir sagen wolltest, lieber für Dich.

 

Quelle: slideplayer.com