Das leere grab

ein grab greift

tiefer

als die gräber gruben

denn ungeheuer

ist der vorsprung tod

am tiefsten

greift

das grab das selbst

den tod begrub

denn ungeheuer

ist der vorsprung leben   (Kurt Marti)

 

Einladung – ein anderes Wort für Kirche und Pfarre

Im Glauben fest Stehende, Suchende, Zweifelnde sind bei uns willkommen.

Leuten, die Sehnsucht haben nach Sinn und Hoffnung, bieten wir Nahrung, Bestärkung, Gemeinschaft und Orientierung.

 

Neben allen wertvollen Angeboten, mit denen wir einen Beitrag zur Gemeindebildung („Es tut gut, hier dazuzugehören!“) leisten, ist die FEIER UNSERER GOTTESDIENSTE DIE SPIRITUELLE MITTE UNSERER GEMEINDE.

 

Gerade in der Feier unserer KARWOCHEN- und OSTERLITURGIE kommt das LEBEN vor und wir finden ein tragendes Fundament FÜR UNSER GLAUBEN und HOFFEN.

 

Palmsonntag, 5. April 2020 um 9Uhr!!!

 

Jesus, während die Großen dieser Welt sich zur besten Sendezeit in den Medien drängen, einer den anderen auszustechen versucht – wie umwerfend anders ist deine Art.

Du, auf einem Esel reitend, machst alle Macht dieser Welt zur Karikatur.

Deine Macht besteht im Dienen, im Aufrichten, im Mutmachen….

 

Wie leicht manipulierbar: Vom „Hosianna“ bis zum „Kreuzige ihn“ sind es nur fünf Tage.

 

Gründonnerstag, 9. April 2020 um 19Uhr

 

Der einsame Christus (Christian Morgenstern)

 

Wachet und betet mit mir!

Meine Seele ist traurig bis in den Tod.

Wachet und betet mit mir!

Eure Augen sind voll des Schlafes –

Könnt ihr nicht wachen?

Ich gehe, um euch mein Letztes zu geben,

mein Leben, meine grundlose Liebe –

und ihr schlaft….

 

Einsam stehe ich unter Schlafenden,

Einsam vollbringe ich das Werk meiner schwersten Stunde.

Wachet und betet mit mir!

Könnt ihr nicht wachen?

Ihr alle seid in mir,

aber in wem bin ich?

Was wisst ihr von meiner Liebe,

was wisst ihr von der Einsamkeit und dem Schmerz meiner Seele?

O einsam!

Einsam!

Ich sterbe für euch –

Und ihr schlaft! Ihr schlaft!

 

 

Karfreitag, 10. April 2020 um 15Uhr Kreuzweggebet 

                                           um 19Uhr Karfreitagsliturgie

 

Gedächtnis des Leidens (Elie Wiesel)

 

Als wir eines Tages von der Arbeit zurückkamen, sahen wir auf dem Appellplatz drei Galgen.

Antreten. Ringsum die SS mit drohenden Maschinenpistolen, die übliche Zeremonie.

Drei gefesselte Todeskandidaten, darunter der kleine Pipel, der Engel mit den traurigen Augen…

Die drei Verurteilten stiegen auf ihre Stühle. Drei Hälse wurden zur gleichen Zeit in die Schlingen eingeführt. „Es lebe die Freiheit!“ riefen die beiden Erwachsenen. Das Kind schwieg.

„Wo ist Gott, wo ist er?“ fragte jemand hinter mir.

Auf ein Zeichen des Lagerchefs kippten die Stühle um. 

Absolutes Schweigen herrschte im ganzen Lager…

Dann begann der Vorbeimarsch: …der leichte Knabe lebte noch…Mehr als eine halbe Stunde hing er so und kämpfte vor unseren Augen zwischen Leben und Sterben seinen Todeskampf.

Und wir mussten ihm mitten ins Gesicht sehen. Er lebte noch, als ich an ihm vorüberschritt.

Hinter mir hörte ich denselben Mann fragen: „Wo ist Gott?“

Und ich hörte eine Stimme in mit antworten: „Wo ist er? Dort – dort hängt er am Galgen.“

 

Karsamstag, 11. April 2020

Einladung zur stillen Anbetung in der Kreuzkapelle

 

Lass uns nicht im Dunkel (Josef Ratzinger)

 

Wach auf, lass die Dunkelheit des Karsamstags nicht endlos sein,

lass einen Strahl von Ostern auch in unsere Tage fallen,

geh mit uns, wenn wir hoffnungslos nach Emmaus wandern,

dass unser Herz brennend werde und angezogen von deiner Nähe.

Der du kamst, um ganz Mensch unter Menschen zu sein:
Lass uns nicht im Dunkel,

lass dein Wort in der Geschwätzigkeit

dieser Tage nicht untergehen.

Herr, hilf uns,

denn ohne dich müssten wir zugrunde gehen.

 

„Wir müssen zugrunde gehen, um jenen Grund zu erfahren, der uns wirklich trägt.“

Axel Corti in seinem letzten „Schalldämpfer“

 

Ostersonntag, 12. April 2020 um 5Uhr – Auferstehungsfeier

                                                  um 9Uhr – Ostergottesdienst

 

Ostern (Ingeborg Drewitz)

 

Vier freie Tage. Was reden sie                                 

von Karfreitag und Kreuzigung                                 

und dass einer auferstanden ist.                               

Auf den Autobahnen staut der Verkehr.                   

                                                                                   

Übliche Unfälle, was reden sie

von Karfreitag und Kreuzigung?

Für die Ostertoten steht die Versicherung ein.

Was soll’s. Normale Opfer.

Und da sagt einer, wir verstehen ihn nicht,

 

er ist für die Menschen gestorben,

wie ein Verbrecher ans Kreuz geschlagen.

Richtig, sagen alle, wir verstehen das nicht.

 

Es geht uns nichts an, sagen sie, sagst du,

wahrscheinlich ein Spinner, aber wir

haben vier freie Tage vor uns.

Die Radio- und Fernsehprogramme spielen noch Ostern.

 

Was erwarte ich für mich selbst? (Jörg Zink wenige Jahre vor seinem Tod)

 

„Ich werde eines nicht fernen Tages vor einer dunklen Wand stehen. Das Licht wird mir verlöschen. Mein Weg wird zu Ende sein, und ich hoffe, dass mir in diesem Augenblick noch die Kraft bleibt, dankbar zu sein für das schöne und reichhaltige Leben, das mir gewährt worden ist.

Dann wird sich mir erweisen, was ich schon immer so empfunden habe, dass nämlich diese Wand zwischen den Lebenden und den „Toten“ dünn ist. Dann wird sich eine Tür öffnen. Ich werde hindurchgeführt werden in ein neues Licht, in ein anderes Leben, das zu beschreiben mir die Mittel fehlen, auf das ich mich aber freue.

Arthur Schopenhauer, von dem man es nicht erwarten möchte, hat gesagt: „Ich glaube, dass, wenn der Tod unsere Augen schließt, wir in einem Licht stehen, von dem das Sonnenlicht nur ein blasser Schimmer ist.“ Meine Zukunft wird nicht Sterben und Verwesen, Verlieren und Vergessen sein, sondern Heilwerden. Ganzwerden. Erlöst sein.

 

Ostermontag, 13. April 2020 um 6Uhr45 Emmausgang von der Kapelle in Kammern weg

                                                 um 8Uhr    Eucharistiefeier in der Pfarrkirche

 

Jeder hat seinen Gang nach Emmaus.

….dass wir davonlaufen möchten…..

Emmaus heißt dann: „Einfach weg!“

 

Gott, dann füge es so, dass wir „zufällig“

einer/m anderen begegnen.

Einer/m, die/der uns die Augen öffnet.

…Ich glaube an keine Zufälle.

Immer bist DU im Spiel!

Denn: „Zufall ist das Synonym Gottes, wenn er nicht unterschreiben will!“

 

Wie Gott kalkuliert (Sigrid Majunke)

 

Die Kalkulation geht nicht auf, weder Stein noch Wache können den gekreuzigten Jesus festhalten.

 

Gott kalkuliert an Stein und Wachen vorbei auf seine Weise.

 

Gott vollendet, was er geschaffen hat nach dem Maß seiner Liebe, die sich verschwendet.

 

Gott öffnet ein für allemal den Eingang zum Grab am Sonntag, am ersten Wochentag.

 

Die Kalkulation konnte nicht aufgehen.

Gott kalkuliert immer FÜR DAS LEBEN.

 

Kath. Kirche aktuell

 

Bevor sich das Zeitfenster für Reformen unserer Kirche schließt…

 

…..muss etwas geschehen! Denn nicht „nur“ in Amazonien, auch hierzulande läuft etwas auseinander, weil es da wir dort zu einer „fatalen Entwöhnung von der Eucharistie kommt“. Diese Besorgnis äußert nicht nur Prof. Hubert Wolf, der mit vielen anderen appelliert, dass „die Kirche im Interesse der heilsnotwendigen Eucharistie“ die Freistellung der Lebensform der Priester, die Zulassung von verheirateten Männern wie auch von Frauen die Priesterweihe ermöglicht.

Wo bleiben die erbetenen mutigen Vorschläge der Bischöfe an den Papst? Die österreichischen Bischöfe begrüßen und unterstützen zwar die Vorschläge der Synode, zumindest für die entlegene Amazonas-Region. Sie beeilen sich aber gleichzeitig zu betonen, dass die Grundform des priesterlichen Dienstes in der röm. kath. Kirche die ehelose Lebensform bleibt, wie Jesus Christus sie selbst gelebt hat. Dankenswerterweise hat der neue KÄRTNER BISCHOF JOSEF MARKETZ anderes dazu gesagt – aber er war noch nicht bei der Bischofskonferenz!

 

Im Kontext der Amazoniensynode wurde auch die Frage der Zulassung von Frauen zum geweihten Amt diskutiert. „Manche Erwartungen können in der aktuellen weltkirchlichen Situation nicht so beantwortet werden, wie dies als Forderung seit längerem bekannt ist“ schreiben die Bischöfe und meinen sogar, die Enttäuschung so mancher Frauen zu verstehen. Ein solcher Zynismus schreit zum Himmel und ignoriert das Kirchenverständnis vieler. Die Bischöfe sehen an der pastoralen Notwendigkeit des priesterlichen Dienstes vorbei. Solange sie noch Kollegen für die Leitung von vier oder sogar mehr Gemeinden verpflichten können, scheint der Mangel noch nicht so groß zu sein!

Bei solch ungenügenden Reformkonzepten wird sich das Zeitfenster für die Erneuerung der kath. Kirche bald schließen und die Kirche läuft Gefahr, zumindest als Institution schon in wenigen Jahren in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Es fehlt vielerorts die Unbekümmertheit, der Mut und das Gottvertrauen eines Johannes XXIII. Bischof Franziskus spricht zwar vom „Feldlazarett“ Kirche, aber die Bischofskonferenzen sind nicht bereit, aus diesem Bild, das so viel Notstand signalisiert, Folgerungen zu ziehen….

Gidi Außerhofer, Pfarrer in Oberalm und Puch

 

Sinngehalt des Zölibats

 

Ich war eigenartig berührt, als in der Ausgabe vom 22.1.2020 in den Salzburger Nachrichten zu Kardinal Schönborn stand: „Ein treuer Diener seiner Päpste.“ Ist denn das nicht gerade das Problem? Müssten Bischöfe heute in einer Seelsorgekrise, besonders durch den Priester(innen)mangel, nicht aus seelsorglichem Gewissen dem Vatikan gegenüber etwas „ungehorsam“ handeln?

Schönborn will den Zölibat halten. Doch schon vor 50 Jahren hat in Innsbruck der zuständige Professor in der Vorlesung über das Weihesakrament gesagt: „WENN DIE KIRCHE EINMAL NICHT MEHR AN JEDEM SONNTAG UND FEIERTAG in der Pfarre, in Krankenhäusern und Altenheimen die MESSE FEIERN KANN, DANN IST SIE VERPFLICHTET, AUCH VERHEIRATETE MÄNNER UND FRAUEN ZU WEIHEN. Die Katholik/innen haben ein Recht auf die sonntägliche Eucharistie.“

Ich finde auch die Bemerkung Schönborns schlimm, der Zölibat sei ein „Problemchen“ gegenüber den Umweltproblemen. Das ist ein Ablenkungsmanöver. Die Aufgabe eines Bischofs ist in erster Linie, sich um die Seelsorge zu kümmern. Der Zölibat ist auch heute für die meisten Katholik/innen nicht wichtig und nicht einsichtig.                               

Mag. Gilbert Schandera, emerit. Pfarrer, Linz

 

Die Kirche der Zukunft wird gewiss neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen, die im Beruf stehen, zu Priestern weihen……

Josef Ratzinger in seiner Weihnachtsansprache im Hessischen Rundfunk am 25.12.1969(!) mit dem Titel: „Wie wird die Kirche im Jahr 2000 aussehen?“

 

Schulschwestern in Langenlois – Mut und Rückgrat

 

Zuerst ein großes Danke den Schulschwestern und der Flüchtlingsinitiative von Langenlois, sowie für alle Unterstützung für ihren Einsatz für den Heimatsuchenden Flüchtling Zia. Dieses Abschiebungsdrama, das sich vor einigen Wochen ereignet hat, ist ein weiteres von vielen anderen, welche sich in Österreich immer wieder abspielen. Viele Menschen sind erschüttert, dass so etwas in unserem „christlichen Österreich(!)“ möglich ist. Oftmals werden in der Nacht Menschen mit Polizeigewalt aus dem Bett geholt und verhaftet. Mit einem Hund wurde sogar im Klausurbereich des Klosters nach Zia gesucht. Er wurde vom Turnsaaldach, wohin er sich geflüchtet hatte, geholt. (Er bat die Fremdenpolizei NÖ – Mikl-Leitner und Waldhäusl lassen grüßen…- ihn zu erschießen, bevor er nach Afghanistan abgeschoben werde; wenige Tage vor seiner Festnahme ereignete sich in seinem „Heimatort“ ein Anschlag mit 23 Toten! Die Politik spricht von Afghanistan als einem „sicheren Land“!) 

 

Viele fragen sich: Wer ist für solche unmenschlichen Zustände verantwortlich? Es sind d i e Politiker, die diese Gesetze beschlossen haben, und jene von uns, die diesen Politikern ihre Stimme gegeben haben. Gleichzeitig wir alle, wenn wir diese Unmenschlichkeiten stillschweigend akzeptieren. 

Heinz Spindler, Weitra, in einem Leserbrief an „Kirche bunt“.

 

Ergänzt wurde dieser Leserbrief auf Grund weiterer Informationen durch den Hauptautor des Pfarrblattes.

 

 

Kurt Marti

 

am holz

 

der sich

ganz auf gott

verließ

hängt am kreuz

von Gott verlassen

 

der

die gnade

ist

schreit im schmerz

der gnaden

los

 

der

für liebe

stritt

stirbt

von hass

durchbohrt

 

 

D I E   B I B E L

 

Als Denkanstoß:                                  

Diesmal zwei Bibelstellen von Mitgliedern unserer Pfarrgemeinde

 

Ein Psalm Davids.

Psalm 23, 1-2

„Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen, er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.“

 

Die Bergpredigt

Mt 5, 1-2

Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm, und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:

Die Seligpreisungen ……

 

Glaubensweitergabe – Aufgabe der Eltern und der Gemeinde

 

Wir freuen uns und danken den Müttern und Vätern, die ihre Kinder auf den Empfang der ersten hl. Kommunion vorbereiten. Sie werden von Maria Viehauser und unserem Seelsorger begleitet.

Wir ersuchen Sie um finanzielle Unterstützung der Druckkosten unseres Pfarrblattes, die sich im vergangenen Jahr auf Euro 4.668.- beliefen.

 

Weinviertler Tischgebet

 

Was aufgesetzt ist auf den Tisch, das segne uns, Herr Jesus Christ.

Speis uns, o Herr, mit Deinem Wort, damit wir satt werden hier und dort.

O Herr, Du wollest uns geben nach dieser Welt das ewige Leben. Amen

 

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SEINE AUFERSTEHUNG – UNSERE HOFFNUNG

 

 

Ein gesegnetes Osterfest, das hineinstrahlt in unseren Alltag, 

wünschen unseren Leserinnen und Lesern.

 

Karl Molnar, Stellv. Vorsitzender                       Mag. Franz Ofenböck, Seelsorger

 

 

 

A u f w ä r t s 

 

Wenn die Tage allmählich wieder länger werden und uns mehr Licht schenken, spüren viele Menschen, dass es langsam aufwärts geht.

 

Wenn wir nach einer schweren Zeit, einer inneren Trockenheit oder harten Schlägen wieder neue Kräfte schöpfen, merken wir, dass es wieder aufwärts geht.

 

Wenn wir manche Altlasten und Ärgerliches hinter uns lassen können, haben wir das Gefühl, dass es stetig aufwärts geht.

 

Wenn es uns gelingt, einen niedergeschlagenen Mitmenschen aufzurichten und aufzubauen, wünschen wir uns sehnlichst, dass es weiter aufwärts geht.

 

Wenn jemand nach einer langen Krankheit allmählich wieder zu Kräften kommt und es ihm wieder besser geht, hoffen wir inständig, dass es mit ihm aufwärts geht.

Paul Weismantel

(aus: Paul Weismantel, Mut zum Leben – Fastenkalender 2017, 

weis-texte Verlag, Klemmern 2017)

 

 

Impulstexte

Österliche Gemeinde

Wenn einer Gemeinde wirklich aufgegangen ist, wer Gott in Wahrheit für sie ist,

nämlich der Gott Jesu Christi und der Urgrund von allem, dann steht sie in dieser Freude und strahlt sie auch aus.

Diese Freude gibt der Gemeinde eine Freiheit und Gelassenheit gegenüber allen Bedrohungen aus der Welt, die nur so zu erlangen ist.

Denn sie weiß sich in der Hand Gottes geborgen, unverletzbar: das ist die österliche Freude!    (Johannes Bours)

 

Aufleben – nach grauen Tagen

Eine einzige Stunde frei sein!

Frei, fern!

Wie Nachtlieder in den Sphären.

Und hoch fliegen über den Tagen möchte ich

und das Vergessen suchen ---

über das dunkle Wasser gehen

nach weißen Rosen suchen,

meiner Seele Flügel geben

und, oh Gott, nichts wissen mehr

von der Bitterkeit langer Nächte,

in denen die Augen groß werden

vor namenloser Not.

Tränen liegen auf meinen Wangen

Aus den Nächten des Irrsinns,

des Wahnes schöner Hoffnung,

dem Wunsch, Ketten zu brechen

und Licht zu trinken ---

Eine einzige Stunde Licht schauen!

Eine einzige Stunde frei sein!

(Ingeborg Bachmann)

 

Pfingsten

der große bunte vogel

der große bunte vogel ist der heilige geist

er ist nicht schwarz er ist nicht blau

er ist nicht rot er ist nicht gelb er ist nicht weiß

der heilige geist ist ein bunter vogel

er ist da wo einer den anderen trägt

der evangelische pastor den katholischen

die katholische gemeinde die evangelische

der katholische ehemann seine evangelische frau usw.

der heilige geist ist da

wo die welt bunt ist wo das denken bunt ist wo das denken und reden und leben und lieben

gut ist

der heilige geist lässt sich nicht einsperren in katholische käfige

der heilige geist ist auch kein papagei der nachplappert was ihm vorgekaut wird

auch keine dogmatische walze die alles platt walzt

der heilige geist ist spontan er ist bunt sehr bunt und er duldet keine uniformen

er liebt die fantasie er liebt das unberechenbare er selbst ist unberechenbar (wilhelm willms) 

 

Fronleichnam

Unser Glaube wird auf die Straße verlagert…

Christ/innen sind Sauerteig für die Welt.

Was in den Gottesdiensten gefeiert wird, will hineinstrahlen in den Alltag, in die Häuser und Wohnungen unserer Pfarrgemeinde, in die Lebensbereiche und Aufgaben der Menschen.

Von Christus geprägte, geerdete Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche sind ein Segen, sind Brot für die Welt.

Dazu sind wir berufen – dafür holen wir uns die Kraft, wann immer wir wieder Gottesdienste feiern!