Impulse zur "Corona-Zeit"

Gebet in der Coronavirus-Pandemie

 

Du, Gott des Lebens, wir bringen Dir alle unsere Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Tröste jene, die jetzt trauern, und jene, die ihnen beistehen.

Stärke jene, die in wirtschaftlichen Nöten stehen und auf die Zukunft hin hoffen und bangen.

 

Schenke den Ärzt/innen und Forscher/innen Weisheit und Energie.

Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.

Den Politiker/innen und Mitarbeiter/innen der Gesundheitsämter Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind, für alle, die von Angst überwältigt werden.

Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht und baldige Perspektiven.

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

Treuer Gott, wir empfehlen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,

niemanden umarmen können. Berühre Du die Herzen mit Deiner Sanftheit und Zärtlichkeit.

 

Mach uns dankbar für jedes gute Wort, für jedes aufbauende (Telefon-)Gespräch und jede Begegnung, die möglich ist. 

Mach uns wieder die guten Selbstverständlichkeiten unseres Lebens bewusst.

Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.

Dass wir irgendwann loslassen müssen und unser ganzes Leben immer wieder eine Schule des Loslassens ist.

Dass im Leben so vieles unwichtig ist, das oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so Vieles, das wir ohne diese Krisenzeit so schnell übersehen.

Dir vertrauen wir.

Danke.

(Dieses Gebet, das vom Theologen Johannes Hartl aus dem Augsburger Gebetshaus stammt, wurde von Mag. Johannes Schwarzmann übermittelt) 

 

 

Trotz dem!

 

Scheint die Sonne,

ist der Sommer da,

geben Gespräche Kraft,

spendet Freundlichkeit Wärme,

verbinden Spiele,

versinken wir in Tagträume,

lebt Hoffnung,

erklingt Musik von den Balkonen,

führen Bücher in andere Welten,

hält Liebe zusammen,

stärken Beziehungen,

ist Phantasie grenzenlos,

ist Solidarität verpflichtend und

verbindet das Gebet.

 

Dominik Elmer

Offener Himmel

 

 

Kinder und Corona

 

Einer meiner Arbeitsaufträge in der „Corona – bedingten“ schulfreien Zeit an die Kinder der 4. Klassen Volksschule war, ihre Gedanken, Wünsche und Sehnsüchte, und auch ihre Ängste und Sorgen bezüglich „Covid 19“ zu Papier zu bringen und in einem persönlichen Gebet zusammenzufassen.

Mit ein paar ausgewählten Beispielen möchte ich dankbar darauf hinweisen, wie reichhaltig mitunter nahe an der Bibel (Psalmen, Klagelieder, Hiob…), sich das geistige Innenleben so mancher Kinder gestaltet.

 

Ich wünsche einen schönen, erholsamen Sommer und Gesundheit! (Peter Holik, Religionslehrer)

 

Lieber Gott!

Warum hast Du uns diese Krise geschickt?

Warum tust Du uns so viel Leid an?

Was hast Du vor?

Auf so viele Fragen habe ich keine Antworten.

Obwohl ich weiß, dass es immer einen Grund gibt für Deine Taten, verstehe ich es nicht. 

Bitte lass es mich verstehen!

Ich habe von einem Fall in meinem Ort gehört. Jetzt habe ich Angst um meine Eltern, um meinen kleinen Bruder, aber auch um mich.

Bitte beschütze meine Familie, aber auch meine Tante, meine Onkel, meine Cousinen und Cousins.

Und halte Deine schützenden Hände besonders über meine Oma. Ich weiß, dass sie uns sehr vermisst.

Bitte gib ihr die Kraft, diese Zeit durchzustehen, bis sie uns wieder in die Arme schließen kann.

In manchen Ländern ist die Krankheit sehr schlimm. Gib den Ärzten die Ausdauer, die sie brauchen, um diese Zeit zu überstehen.

Gib auch den Angehörigen der Toten auf der ganzen Welt Kraft in ihrer Trauer.

Ich vermisse es, in die Schule zu gehen.
Herr, pass auf meine Mitschüler und Lehrer auf, damit wir wieder alle gesund in die Schule gehen können, um zu spielen.

Ich habe zwar noch immer keine Antwort auf das große WARUM, aber ich vertraue auf Dich. Amen.

(Laura Freistetter, 4. Kl. VS – Fels am Wagram)  

 

Lieber Gott!

Ich weiß nicht, warum,

aber ich freue mich auf die Schule.

Was ich aber weiß, ist, 

dass ich wieder zu meinen Freunden will.

Und ich will auch, dass meine Familie, meine Freunde

und die ganze Ortschaft gesund bleiben.

Bitte gib uns allen deinen Segen.

In der Hoffnung, dass alles gut wird. Amen.

(Benni, 4. Kl. VS – Hadersdorf am Kamp)

 

Lieber Gott,

ich frage mich immer, wie lange Corona noch dauert. Immer wenn ich Sorgen wegen Corona habe, kommt mein Hund und tröstet mich. Wenn Corona endlich vorbei ist, werde ich zuerst zu meiner Oma und zu meinem Opa gehen. Beschütze alle, die ich liebe und sehr mag.

(Dominik, 4. Kl. VS – Hadersdorf)

 

Lieber Gott!

Hilf uns in der Corona-Zeit gesund zu bleiben und den älteren Menschen, dass sie vernünftig sind und zu Hause bleiben. Ich kann es verstehen, dass viele Leute schon ungeduldig werden, aber es ist zu ihrem eigenen Wohl. Gib ihnen Ideen, wie sie die Langeweile bekämpfen und andere Dinge erledigen können. Ich vermisse es, mit meinem Opa zu kuscheln und meine Freunde zu besuchen. Hilf den Ärztinnen und Ärzten ein Gegenmittel zu finden, dass wieder Normalität einkehrt. Ich bitte Dich darum. 

Amen.

(Anna, 4. Kl. VS – Hadersdorf) 

 

 

Es könnte sein ...

 

 

 

Vielleicht ist die Krise auch eine Chance ... Worte, die Mut machen.

 

 

 

ES KÖNNTE SEIN.....

Es könnte sein, dass in Italiens Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen,
     Es kann aber auch sein, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren natürlichen Lebensraum zurückholen dürfen.
Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, die Fische schwimmen wieder in Venedigs Kanälen!

Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen,
     Es kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben.
Menschen singen miteinander! Das berührt mich zutiefst!

Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine Freiheitsberaubung bedeutet und berufliche Einschränkungen mit sich bringt,
     Es kann aber auch sein, dass die Erde aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder in China zum ersten Mal in ihrem Leben den blauen Himmel erblicken.
Sieh dir heute selbst den Himmel an, wie ruhig und blau er geworden ist!

Es könnte sein, dass die Schließung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine immense Herausforderung bedeutet,
     Es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit langem die Chance bekommen, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu machen,
und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen dürfen.

Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet,
     Es kann aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben, und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist.
Wir sind zu Marionetten der Wirtschaft geworden.
Es wurde Zeit zu spüren, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen.

Es könnte sein, dass dich das auf irgendeine Art und Weise überfordert,
     Es kann aber auch sein, dass du spürst, dass in dieser Krise die Chance für einen längst 

 

     überfälligen Wandel liegt,
- der die Erde aufatmen lässt,
- die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt,
- unsere Gesellschaft enorm entschleunigt,
- die Geburtsstunde für eine neue Form des Miteinanders sein kann,
- der Müllberge zumindest für die nächsten Wochen reduziert,
- und uns zeigt, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regeneration einzuläuten, wenn wir

 

  Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.

Es könnte sein, dass wir wachgerüttelt werden, ...

 

 

 

(c) unbekannt, vielfach im www geteilt

 

Quelle: https://www.erzdioezese-wien.at/pages/inst/14431715/article/81470.html