Advent, Einladung zur Stille….

 Damit der Mensch sich nicht verliert…

Mindestens zehn Minuten täglich….ein Rendezvous mit sich selbst

Nur zehn Minuten am Tag könnten schon genügen, um Atem zu holen, um Ruhe zu geben und Ruhe zu finden, um wieder ein bisschen zu sich selbst zu kommen. Und doch scheint es manchmal nahezu unmöglich, diese so geringe Zeitspanne dem Alltag abzuringen und für sich ganz persönlich zu reservieren.

Mit Freunden und GeschäftspartnerInnen macht man Termine aus. Nur mit sich selbst schafft man das nicht so leicht.

Ein bekannter Therapeut hat nach einem Anruf eines Klienten, der einen Termin erbeten hatte, seinen eigenen Namen in den Terminkalender eingetragen und hat sich dabei ertappt gefühlt, auf Zeit für sich selber vergessen zu haben!

Quelle: Hilde Toma, Ein bisschen Ruhe für Dich

 

„Das Wesen der Menschlichkeit entfaltet sich nur in der Ruhe. Ohne sie verliert die Liebe alle Kraft ihrer Wahrheit und ihres Segens.“ (Johann Heinrich Pestalozzi)

 

Die Geschichte vom Wasserträger – Einladung zur Langsamkeit

 

Ein sizilianischer Bauer hatte ein kleines Feld oberhalb einer Schlucht. Täglich stieg er mehrmals in die tiefe Schlucht hinab, um Wasser für seine Pflanzen hinauszutragen.

Als Ingenieure kamen und ihn seine mühsame Arbeit verrichten sahen, boten sie ihm an, eine Pumpe zu bauen, die ihm die Schlepperei ersparen würde und das Wasser je nach Bedarf hochpumpen könnte.

Der Bauer lehnte höflich ab: „Wenn ich das Wasser nicht mehr selber tragen würde, dann fehlte mir die Zeit zum Nachdenken.“

 

 

„In der Stille und im Vertrauen liegt Eure ganze Kraft!“

 

Wir müssen die Menschen in die Stille führen.

Die Frucht der Stille ist das Gebet.

Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.

Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.

Die Frucht der Liebe ist der Dienst.

Die Frucht des Dienstes ist der Friede.

Deshalb müssen wir die Menschen

in die Stille führen.

(Mutter Teresa)

 

 

Stille ist unsere höchste Form von Aktivität.

 

Jede Idee, jedes echte Gefühl und jeder Impuls,

deren Verwirklichung wir schließlich als unsere

Aktivität bezeichnen, entsteht in einem Moment

tiefer Stille.

Im Traum leben wir unser intensivstes Gefühlsleben;

im Schlaf vollzieht sich die aktivste Erneuerung

unserer Körperzellen.

Nie gelangen wir höher als in der Meditation,

nie weiter als im Gebet. In der Stille erhält jeder Mensch

die Möglichkeit zur Größe; er wird frei von Klammern

der Feindseligkeit, wird ein Dichter und vielleicht sogar

ein Engel.

Stille erfordert jedoch eine große Disziplin;

Man muss sie sich erarbeiten,

und das macht sie so kostbar.

(Leonard BERNSTEIN)

 

Das Wunder verkünden

Was ich dir zum Advent schenken möchte:

Einen Orgelton wieder den finsteren Morgen,

meinen Atem gegen den Eiswind des Tages,

Schneeflocken als Sternverheißung am Abend

Und ein Weglicht für den verlorengeglaubten

Engel, der uns inmitten der Nacht

Die Wiedergeburt der Liebe verkündet.

(Christine Busta)

 

Herzenswissen

Es gibt dieses Wissen des Herzens,

dass Gott ein Liebender ist.

Nur dem wird es zuteil,

der zu lieben wagt.

(Antja Sabine Naegeli)

 

Wider-Worte

Ein Gott Mensch werden!

Welch ein Ammenmärchen!

Ich weiß nicht, was ihn zum

Menschsein locken könnte!

(Jean Paul Satre)

 

 

 

Menschwerdung

 Das Wort wird Fleisch:

    In einer Futterkrippe

    wimmert ein Menschenkind

    Das ist die Stimme der Stimmen

 

Das Wort wird Fleisch:

    Theorie wird Praxis

    Verheißung wird wahr

    Der Traum wird Wirklichkeit

 

Das Wort wird Fleisch:

    Allmacht wird Ohnmacht

    die Liebe vermag alles

    Gott wird ein Mensch

(Lothar Zenetti)

 

 „Was ist der Mensch, dass Gott unbedingt einer werden wollte?“

(Leonardo Boff)