Politisches zur Zeit …

Zukunftsdiebstahl

 

Der Musiker und Autor Hans Platzgummer analysiert das Herdenverhalten der Menschen am Beispiel Klimakrise:

„Als Menschheit sind wir immer wieder außerst lächerlich. Wir begreifen zuerst ewig lange nicht, was wir eigentlich tun. Dann fällt es einigen auf, denen aber fast niemand zuhört, dann verweigern wir das Offensichtliche, so lange es nur irgendwie geht, teils aus Bequemlichkeit, teils um aus momentanen Situationen kurzsichtigen Profit zu schlagen, und dann plötzlich, wenn es quasi zu spät ist, verfallen alle in eine Massenhysterie.“

Und die Rolle von Greta Thunberg sieht Platzgumer so: „Eine Teenagerin zeigt den Herrschenden dieser Welt – großteils alten, machtgierigen Männern -, wohin sie uns gebracht haben.“

Vielleicht sorgt Thunberg deshalb für so viele Aggressionen: Weil sie einen grundlegenden Diebstalhl aufzeigt. Den Jungen wird die Zukunft gestohlen. Von wem wohl?

(Guido Tartarotti, Kurier vom 14.10.2019)

 

„Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ (Greta Thunberg)

Annmerkung: FPÖ-Hofer verhöhnte die „Fridays for Future“ - Demonstrationen, indem er sie als „Zopferl-Diktatur“ bezeichnete. Ist jede/r ein(e) Diktator/in, die/der nicht auf Linie der FPÖ ist…?

 

Äußerst bedenklich: Zweifel an der Medienfunktion für Demokratie

Für jeden fünften FPÖ-Wähler gilt die Demokratie nicht als beste Regierungsform. Diese aktuelle Randnotiz ist erschütternd, aber keine Überraschung. Das haben vor der traditionellen ORF-Wahlbefragung von SORA und des Instituts für Strategieanalysen schon andere Marktforschungen ergeben.

Ein weiteres Nebenprodukt der Untersuchung muss jedoch zumindest alle Journalisten aufschrecken, deren Selbstverständlichkeit in der öffentlichen Kontrolle von Politik liegt: ZWEI DRITTEL DER FPÖ-WÄHLER-, ABER AUCH EIN VIERTEL DER ÖVP-WÄHLER empfinden die AUFDECKUNG VON  „DINGEN WIE DAS IBIZA-VIDEO DURCH MEDIEN“ ALS UNWICHTIG FÜR DIE DEMOKRATIE. 

Dieser Wert liegt bei den Anhängern der anderen Parteien im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Denn durch die Enthüllung wurde eine gegen ihre Neigung gebildete Koalition abgewählt.

Wenn der erfolgreiche Misstrauensantrag gegen die Regierung Kurz eine Hauptursache für Billigung oder Ablehnung von Aufdeckerjournalismus ist, wird diese Einstellung sich je nach perteilicher Betroffenheit rasch ändern. Die prinzipielle Anerkennung der Medien als öffentlichen Wachhund wirkt in Österreich unterentwickelt. Die Akzeptanz eines solchen „public watchdog“ ist aber grundlegend für Demokratien. Das zeigen die korrespondierenden Zahlen bei den FPÖ-Wählern.

Falls die entsprechenden Daten sich bei der ÖVP-Anhängerschaft über den Anlassfall hinaus halten, muss die Volkspartei ihre Politik in Frage stellen, die solche Einstellung ernöglicht.

Nicht nur für die Demokratie, sondern im Eigeninteresse einer laut ihrem Selbstverständnis staatstragenden Partei…

 

Peter Plaikner, Polianalyst und Medienberater

 

So nahe waren wir dran…..Kickl und der ÜBERWACHUNGSSTAAT

Gegen Ex-Innenminister Kickl (FPÖ) sind im Zusammenhang mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung weitere Vorwürfe aufgetaucht:

Wie die „Kronenzeitung“(!) unter Berufung auf einen BVT – Reformbericht berichtet, sollen unter Kickl Pläne für groß angelegte Lausch- und Spähangriffe geprüft worden sein, etwa das heimliche Eindringen in Wohnungen und Fahrzeuge. Die Liste JETZT spricht von einer „FPÖ-STASI“. Quelle: ORF – Text vom 6.9.2019 

 

Armin WOLF – Europas Journalist des Jahres

Hohe Auszeichnung für Armin Wolf, ZIB 2 Moderator. Er ist EUROPAS JOURNALIST DES JAHRES 2019. Die Auszeichnung wurde Wolf am Abend des 11.10.2019 für „SEINE AUFRECHTE UND TRANSPARENTE HALTUNG ALS JOURNALIST“ im Rahmen des „Prix Europa Awards“ in Potsdam verliehen.

 

Wolf lasse sich „nicht einschüchtern von Drohungen und Kritik und stehe zu seiner Haltung, Interviewpartner immer auf die gleiche Weise zu befragen“, heißt es in der Begründung.

Am Anfang dieser Woche erhielt Wolf bereits den „Leipziger Preis der Freiheit und Zukunft der Medien“. Quelle: ORF 2 Teletext 11.10.2019