Verhetzung … Nicht zu fassen … Patriotismus à la FPÖ

 

Denkanstöße zu einer Regierung der patriotischen Erneuerung fanden sich im freiheitlichen Organ „Zur Zeit“ – davon ein kleiner Auszug:

Anzudenken ist eine angemessene Korrektionsmöglichkeit im Wachzimmer:

Härteste Strafen für Respektlosigkeit und Widergesetzlichkeit und Widersetzlichkeit. Zwecks Bürgerschutz ist der Waffenbesitz von Unbescholtenen zu erleichtern. ARBEITSHAUS WIEDER EINFÜHREN. Beweislastumkehr bei Berufsverbrechern. Renitente Schüler sind zur Räson zu bringen: Aberkennung des elterlichen Erziehungsrechts, Wegfall der Familienbeihilfe. Abschiebung in GESCHLOSSENE SONDER-SCHULEN. Abschaffung sogenannter schulfester Stellen, um widerspenstige Lehrer, die sich für „progressiv“ halten, allenfalls versetzen zu können. ORF von linksextremen Elementen zu SÄUBERN; auch von linksextremen Staatskünstlern und Staatsmoderatoren. Tendenziell anti-autochthon eingestellte Gruppen gelten als außerhalb des Verfassungsbodens stehend, ihr Stimmverhalten in den Vertretungskörperschaften soll irrelevant sein. Brotkorb höher hängen: Unbefristete Notstandshilfe abschaffen. KEINERLEI INTEGRATIONSMASSNAHMEN FÜR ASYLANTEN. DEUTSCHE AUFSCHRIFTEN BEI ALLEN GESCHÄFTEN. Die Justiz ist zu verschlanken. Grundsätzlich nur mehr zweistufiger Instanzenzug, wobei die zweite Instanz bloß die Rechtsfrage prüft. Auftrag an alle Richter, Urteile volksnah abzufassen. Wegfall der Kollektivvertragsfähigkeit des ÖGB. Befreiung aller Mitarbeiter von betriebsrätlicher Bevormundung

Quelle: Der Standard

 

Kommentar dazu aus der Wochenzeitschrift „Die Furche“:

Wäre es nicht gleich „sinnvoller“, alle Parteien links der Mitte zu verbieten, oder noch besser: alle Parteien außer der FPÖ. 

Und die zentralste Forderung – quasi die Zusammenfassung der genannten Vorschläge – hat man bei „Zur Zeit“ ohnehin vergessen: Die Abschaffung der Demokratie samt RÜCKFÜHRUNG ÖSTERREICHS IN EINEN AUTORITÄREN (oder faschistoiden?) Staat…Die tut nämlich wirklich langsam not!

 

Gedankenanstoß:

„Ihr Gewissen ist abgestumpft. An ihnen prallt alles ab, was Du (Gott) sagst.“ (Aus dem Psalter)

 

„Das Problem sind nicht die Nazis. Sie sind eine Minderheit. Das Problem ist, dass diese Minderheit die Möglichkeit bekommt, die Macht zu ergreifen.“

(Georg Friedrich Haas in seinem „Monolog für Graz“. Der 15-seitige Text kann über oe1.orf.at abgerufen oder beim Pfarrblattverantwortlichen bestellt werden)

 

Leseempfehlung:Ute Frevert, Die Politik der Demütigung, Frankfurt am Main, 2017

                               Ljuba Arnautovis, Im Verborgenen, Wien, 2018

 

Politisches zur Zeit

 

Alltägliche Verhetzung

 

Vor einiger Zeit habe ich ein Buch mit dem Titel „Vom Stillstand zum Widerstand – Zeit zum Wandel“ geschrieben, das sich mit dem Zustand der Parteiendemokratie beschäftigte. Ein Kapitel galt damals der FPÖ, zu der ich einige Fragen an den Leser gerichtet habe:

„Wollen Sie von einem Abgeordneten vertreten werden, der einen Afrikaner als einen ‚Kanaken‘ bezeichnet?

Halten Sie es für angemessen und nicht beleidigend, wenn eine Abgeordnete Mohammed als epileptischen Kinderschänder diffamiert?

Gefallen Ihnen ins Ohr gehende Reime wie ‚Daham statt Islam‘, ‚Pummerin statt Muezzin‘ oder ‚Abendland in Christenhand?‘“ 

So manches davon ist jenem Reimeschmied zu verdanken, der mittlerweile einer Partei zugehörig ist, die etwa in Niederösterreich mit dem Plakatslogan „Sechs von zehn Hunden im Tierheim sind aus dem Ausland“ beweist, dass man Ausländerfeindlichkeit um jeden Preis schüren will.

Wenn sich dadurch Funktionäre ermutigt fühlen, in die unterste rassistische Schublade zu greifen, so wird das als „Einzelfall“ abgetan. So zum Beispiel, wenn ein FPÖ-Ortspolitiker französische Fußballspieler nach dem WM-Sieg als „Kongoaffen“ beschimpft.

Oder ein FPÖ-Mitarbeiter rassistische Kommentare zu dem Vienna City Marathon teilt, bei dem Läufer mit dunkler

Hautfarbe zu sehen sind, und das dann noch mit „Habens heute Ausgang?“ und einem lachenden Emoji kommentiert.

Der FPÖ-Abgeordnete Lugar wiederum beschimpft Flüchtlinge als „Neandertaler“ und ausgerechnet jener FPÖ-Gemeinderat, der die Einsatzgruppe „gegen Straßenkriminalität“ leitet und die Hausdurchsuchung im BVT durchgeführt hat, teilte eine Karikatur, die Männer mit dunkler Hautfarbe unter Generalverdacht stellt, Frauen zu belästigen.

 

Ein anderer „Volksvertreter“ aus dieser Riege, nämlich Christian Höbart, hat Asylbewerber als „Erd- u. Höhlenmenschen“ beschimpft und sich auch über Bootsflüchtlinge lustig gemacht, indem er die lebensgefährlichen Überfahrten als „lustige Seefahrten“ titulierte. Welch eine Schande! Ein NÖ-Bezirkspolitiker wiederum beleidigt auf Facebook schwarze Menschen, indem er postet: „Menschen sind wie Bananen, keiner mag die Schwarzen:“ Andreas Mölzer, ehemaliger FPÖ-Spitzenkandidat bei der Europawahl, wiederum warnt vor dem „Negerkonglomerat EU“ und meint auf ORF-Nachfrage, das Wort „Neger“ sei ein ganz normales, das man genauso benutzen könne wie etwa „Zigeuner“. Alles also Einzelfälle!

 

Die Einzelfalltheorie richtet sich allerdings selbst. Wenn freiheitliche Organisationen die von der Bundesregierung verfügte und vom Parlament bestätigte fragwürdige Kürzung der Kinderbeihilfe für Kinder im EU-Ausland (übrigens ein alter Plan des jetzigen Bundeskanzlers) mit Fotos von Frauen mit Kopftuch und dunkler Hautfarbe sowie jungen afrikanischen Männern, die 500- und 200-Euro-Scheine in der Hand halten, illustrieren, so ist das nicht nur einfach falsch, sondern darüber hinaus eine rassistische Hasspropaganda, wie sie für Regierungsparteien in Europa einmalig ist.

 

Die türkise Spitze vom Bundeskanzler abwärts schweigt wie gewohnt zu derartig unappetitlichen Ausfällen des Koalitionspartners, was aber ihren Delegationsleiter im EU-Parlament, Dr. Othmar Karas, nicht daran hindert, die Widerwärtigkeit der FPÖ-Kampagne zu kritisieren.

„Die Kampagne zeigt auf erschreckende und widerwärtige Art und Weise, welcher Geist in der FPÖ dahintersteht“, twitterte der Mandatar erbost. Manch anderer hätte schon angesichts der Tatsache, dass die EU-Wahl bevorsteht und die ÖVP erst ihre Liste erstellen muss, vorsichtshalber geschwiegen. Umso mehr Anerkennung und Hochachtung verdient in der Konsequenz die Haltung von Dr. Othmar Karas, der den Anstand vor die Parteidisziplin stellt und die Zivilcourage für sich persönlich beim Wort nimmt.

 

(Wolfgang Radlegger, Salzburger Nachrichten)

 

 

Demokratie in Gefahr…….Angst und Einschüchterung…..

 

Die Spuren des Autoritarismus sind europaweit unübersehbar. Auch in Österreich.

Schwere Zeiten für die Medien….

 

Mehr und mehr erfahren Medienleute, dass ihre Freiheit längst zur Disposition steht. 

Die derzeitige Gesellschaftslage ist nicht davon bestimmt, dass große totalitäre Ideologien Europa oder die Welt bedrohen.

Sondern:

Der Autoritarismus kommt – zumindest bislang – auf leisen Pfoten, aber er kommt.

Österreich ist da aber schon um einiges weiter – jedenfalls was das Einlullen betrifft, es sei eh nicht so schlimm und allenfalls von einer linkslastigen Medienkamarilla herbeigeschrieben.

Schon diese Zuschreibung ist aber ein Produkt der Vernebelung dessen, was tatsächlich auf dem Weg ist. Und es ist wahrlich kein Zufall, dass sich zurzeit die Augen der Medien auf Vorgänge rund ums FPÖ-geführte Innenministerium richten.

Ein Wahnsinn, der Methode hat:

Nein, Herbert Kickl hat den KURIER, den FALTER, den STANDARD (die unterschiedlichen Richtungen nahe stehen) nicht „bedroht“. Aber ein wenig Zurückstutzen wird man ja versuchen dürfen. Dass das Ministerium nun den Falter-Journalisten Florian Klenk beim Presserat anzeigen will, ist die nächste Eskalationsstufe. Klenk machte mit den Veröffentlichungen dessen, was ihm Whistleblower aus der Herrengasse zukommen ließen, aber nur d a s, was ein Journalist zu tun hat, der sich auch nicht darum schert, ob er jetzt ein blaues, rotes oder schwarzes (heut: türkises) Haus in die Kritik bringt. Medien haben in einer Demokratie eben Wachhunde zu sein – was denen an der Macht naturgemäß missfällt.

Kehrseite der seit Antritt der Koalition ausgerufenen „Message Control“ ist, Kritik an der aktuellen Politik möglichst effektiv zu diskreditieren. Ob man den ORF in Bausch und Bogen der Lüge zeiht oder die Arbeit einzelner Journalisten niedermacht:

ALL DAS IST EIN STETER TROPFEN, DER DIE DEMOKRATIE AUSHÖHLT.

 

Übrigens geht es längst nicht mehr um Medienfreiheit allein: Dass dasBundesasylamt– auch dieses zum Innenministerium ressortierend – den Asylexperten der evangelischen Diakoniemit einer Verleumdungsklageüberzieht, weil dieser im Kurier das Amt kritisiert hatte, spricht für sich: Noch greift der Wahnsinn, Gott sei Dank, nicht. Aber Methode hat er schon längst.

(Otto Friedrich, Die Furche)

 

Nachklang: Die Methode, Regierungskritiker durch Prozesse mundtot zu machen, hat BP Alexander van der Bellenin einem Gespräch mit Maturanten des Purkersdorfer Gymnasiums  scharf kritisiert.

 

„Und wer schützt uns vor Herbert Kickl?“   (Erhard Busek)

 

Die feigen Mitläufer:

Es gehört zum Wesen der Feigen, den Mut anderer verächtlich zu machen. Es ist Programm der Schreibtischtäter, die Gerechten zu verhöhnen. Es ist die Agenda der Mitläufer, die Widerständigen zu schmähen…

(Barbara Kaufmann, Kurier)

Nicht zur Tagesordnung übergehen

 

Es wäre falsch, nach den demokratiepolitischen Zumutungen des Innenministeriums wieder zur Tagesordnung überzugehen. Diese Agenda ist das Angriffsziel des FPÖ-Machers und Ministers Herbert Kickl. Ihre Veränderung führt er seit jeher im Schilde.

Das ist ihm schon derart gelungen, dass Sebastian Kurz bekennt: „Was ich heute sage, ist vor drei Jahren in der EU von vielen als rechts oder rechtsradikal bezeichnet worden:“

Die Mitte wirkt also bereits verrutscht, aber den vermeintlich Freiheitlichen noch nicht weit genug, um selbst das Ruder ganz zu übernehmen. Also verschieben sie weiter die Grenzen des Sagbaren, erhöhen die Hürden der Empörung und senken das Niveau des Diskurses.

 

Kern dieser Strategie ist das ZERSTÖREN von Medienvertrauen bei gleichzeitigem Aufbau eigener digitaler Propagandakanäle. Das reicht von Heinz-Christian-Straches Facebook-Posting, dass Armin Wolf Lügen zu Nachrichten verwandle, über Elmar Podgorscheks (FPÖ) Forderung nach Neutralisierung des ORF und Norbert Stegers Drohung, Korrespondenten zu streichen bis zu Beate Hartinger-Kleins Anrede von Lou Lorenz als „Frau Dittlbacher“.

 

Doch der ORF ist nur die Spitze des torpedierten Eisberges und die Absicht, kritischen Medien weniger Information zu geben, bloß die Festschreibung von Gewohnheitsunrecht. 

 

Wenn das Innenministerium parallel dazu den „Schutz der eigenen Sicherheit bei Amok und Terror“ inseriert, suggeriert es eine aktuelle Gefahrenlage. So werden ÄNGSTE GESCHÜRT und wird der Diskurs vom Politischen ins Chronikale und Kriminelle verlagert. – während der Vizekanzler gegenüber seinen 800.000 Facebook-Fans „gezielte Kampagnen“ gegen Kickl beklagt.

 

Das Vorbild für solches Vorgehen stammt aus den USA. Seit Trump wundert sich dort niemand mehr, was alles möglich ist. Deshalb darf Österreich nicht wieder zur Tagesordnung übergehen.

Peter Plaikner, Medienberater und Politanalyst in: Die Furche 

 

„Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte.

Wenn das, was gesagt wird, nicht stimmt, dann stimmen die Werke nicht.

Gedeihen die Werke nicht, so verderben Sitten und Künste.

Darum achte man darauf, 

dass die Worte stimmen.

Das ist das Wichtigste von allem.“                      Konfuzius

 

 

„Aus der Geschichte der Schoa (der systematischen Ermordung der jüdischen Bevölkerung) wäre zu lernen, dass Gewalt in der Sprache nur die Vorstufe zur physischen Gewalt und zur Vernichtung von Millionen war.“                  Otto Friedrich in: Die Furche

  

Dreist und ungeniert:

 

Regierung wollte umstrittenen Juristen Hubert Keyl als Richter in den Verwaltungsgerichtshof

Laut Standard kritisierte Keyl vor Jahren im Blatt „Zur Zeit“ die Seligsprechung FranzJägerstätters,der den Wehrdienst unter den Nazis verweigert hatte und hingerichtet wurde.

„Wer den Wehrdienst in der Wehrmacht verweigert habe, sei „ein Verräter und Verräter sollman verurteilen und nicht seligsprechen.“   ORF-Teletext vom 15.09.2018

 

Politanalysten deuten diesen Versuch, Keyl in den Verwaltungsgerichtshof zu bringen, als Signal der FPÖ an deren Wähler, dass sie längst die Macht in unserem Staat übernommen habe.

 

Es ist ein Erstversuch….Auf Dauer wird man versuchen, entsprechende Personen in den Obersten Gerichtshof usw. weiter zu bringen. Wohin das führt, sieht man an Staaten wie Ungarn, Polen, der Türkei….Noch arbeitet unsere Justiz frei….Wie lange noch?

 

 

Franz Jägerstätter (1907 – 1943)

Es war eine klare Entscheidung: „Warum soll ich einen, der nichts getan hat und der womöglich auch Familienvater ist wie ich, umbringen? Nur damit Hitler die Welt regieren kann?“

Was hat es mit Landesverteidigung zu tun, „wenn man ganz einfach in Länder einbricht, die einem nichts schuldig sind, und darin raubt und mordet“? Und im Übrigen könne man nicht gleichzeitig Katholik und Nazi sein. Für den Bauern aus dem oberösterreichischen Dörfchen St. Radegund waren das genug Gründe, den Kriegsdienst zu verweigern – gegen den Rat sämtlicher Freunde, gegen die Empfehlung seines Bischofs.

 

Die Dorfbewohner schilderten ihn später als „kreuzfidelen Kerl“, der auch keiner Rauferei aus dem Weg gegangen sei. Aber er hatte seinen eigenen Kopf und war zu keinem Kompromiss bereit, wenn er den Sinn einer Sache nicht einsah.

 

Wer in Hitlers Heer diente, der verteidigte nicht einfach sein Vaterland, sondern ließ sich in den Dienst eines falschen Messias nehmen.

Als der Einberufungsbescheid kam, verweigerte er den Dienst mit der Waffe und bat um Verwendung als Sanitäter. Vergeblich.

1943 wurde er wegen „Wehrdienstzersetzung“ enthauptet.

 

„Ist es (…) nicht ein Hohn, wenn wir Gott um Frieden bitten, wenn wir ihn doch gar nicht wollen, denn sonst müssten wir doch längst die Waffen niederlegen?“                                                                                 (Franz Jägerstätter, Brief aus dem Gefängnis)

 

Wer er war: Guido Tartarotti in der Tageszeitung KURIER

Es ist gut, dass wir uns alle daran erinnern, wer Franz Jägerstätter war. Er verweigerte die Teilnahme an einem Vernichtungskrieg, weil er der Überzeugung war, dass sein Glaube das nicht erlaube. Dafür wurde er hingerichtet. Jägerstätter war d a s, was die meisten von uns nicht sind: ein Held. Seine Kirche hat ihn dafür seliggesprochen, er gilt als Märtyrer.

Ein Mann, der Jägerstätter als Verräter bezeichnet hat, wollte jetzt ein hohes Amt in der Justiz einnehmen. Das wurde im letzten Moment verhindert. Der Mann reagierte auf Kritik zuerst mit den üblichen Fertigteildistanzierungsfloskeln und sprach von einer „Hetzjagd“ gegen seine Person. (Vielleicht verlangt er bald seine Seligsprechung.) 

Es ist gut, dass die Selbstkontrolle dieser Republik doch noch funktioniert hat.

Und es ist gut, dass wir uns daran wieder alle erinnern, wer Franz Jägerstätter war.

 

Flüchtling sein……um Asyl ansuchen…. 

 

Zum Nachdenken

 

Jörg Haider kommt vor Gott. Er bittet ihn, statt in den Himmel in die Hölle aufgenommen zu werden. Vor kurzem war er dort zu Gast und hat den Aufenthalt sehr genossen. Darauf Gott: „Bist du sicher, dass du das willst. Wenn du dort hingehst, ist eine Wiederaufnahme in den Himmel endgültig nicht mehr möglich.“ Jörg Haider bleibt bei seiner Entscheidung und kommt in die Hölle. Dort angekommen folgt die große Enttäuschung: Er erlebt die Hölle, wie es sich niemals vorgestellt hätte. Nach einem elendslangen Spaziergang durch die Hölle kommt er zum Teufel und fragt, warum sich seit seinem Besuch so vieles verändert habe. Darauf der Teufel: Lieber Jörg, das ist der Unterschied zwischen einem Touristen und einem Asylanten…

 

Wussten Sie, liebe Leserin, lieber Leser, dass jeder siebte Bootsflüchtling auf der Flucht über das Mittelmehr ertrinkt…?  

 

Unmenschlich und zynisch

 

Eine bestens integrierte iranisch-armenische Flüchtlingsfamilie wurde um 5Uhr früh in Sulzberg (Vbg) aus dem Bett geholt und sollte abgeschoben werden. Der Stress löste bei der schwangeren Frau eine Gesundheitskrise aus, sie wurde wegen einer drohenden Frühgeburt ins Spital nach Bregenz gebracht.

Ihr Mann und ihr zweijähriger Sohn wurden von ihr getrennt(!) und nach Wien gebracht…!

Laut einem Sprecher des Innenministeriums sei die getrennte Abschiebung „unverhältnismäßig“. Man werde die Familie zusammenbringen und dann abschieben.

Der ÖGB Landesvorsitzende von Vorarlberg Norbert Loacker sprach im Zusammenhang mit der Brutalität dieser Art von Abschiebungen von „NAZIMETHODEN“…..

 

Journalist/innen mit Mut und Verantwortung

 

In den vergangenen zwölf Jahren wurden 1010 Journalist/innen in Ausübung ihrer Tätigkeit ermordet. Nur jeder zehnte Mord wurde aufgeklärt…Viele Regierungen haben daran kein Interesse…

 

Im Jahr 2017 wurden erstmals mehr Journalist/innen in Ländern ohne bewaffnete Konflikte getötet…(Malta, Slowakei…)

 

„Die Schwächsten leiden am meisten unter den Folgen des Krieges. 

Unsere Aufgabe ist es, vor allem auf sie zu schauen.“

(Liliia Bilous, Generaldirektorin des Roten Kreuzes in der Ukraine)

 

MUT

Ist die Entschiedenheit zu handeln, obwohl man Angst hat….

(Frankfurter Buchmesse 2018)

 

 

HALTUNG – Was uns im Inneren zusammenhält

Der Duden nennt innere Haltung eine Grundeinstellung, die das Handeln und Denken des Einzelnen prägt.

Das Einzige, was nicht geht, ist – keine Haltung zu haben. 

 

Jeder kann zum Flüchtling werden; man vermisst seine Heimat ein Leben lang. Dann ist man darauf angewiesen, freundlich aufgenommen zu werden, dass Hände gereicht werden und Türen nicht zugeschlagen.

 

Sie fliehen vor lebensbedrohlichen Situationen, werden von ständiger Todesangst begleitet, sind meist schwer traumatisiert.

 

Just in der Zeit, in der ich dieses Buch geschrieben hatte, spricht der Vorsitzende der AfD, Alexander Gauland, auf einer Veranstaltung der „Jungen Alternative“ von der NS-Zeit als „nur ein(em) Vogelschiss in unserer 1000-jährigen Geschichte“. Donald Trump, der Präsident der USA, dem „land of the free and home of the brave“, wie es in der amerikanischen Nationalhymne heißt, hätte sein Volk lieber obrigkeitshöriger. Nach seinem Besuch in Nordamerika erzählt er einem Reporter von Fox and Friends unverhohlen in die Kamera, er hätte gern die gleiche Autorität wie sein neuer Freund, der nordkoreanische Diktator Kim-Jong-un. „He is the head of a country, he’s a strong head, don’t let anyone think anything different, he speaks and his people stand up in attention. I want my people to do the same.“

Der ungarische Präsident Viktor Orban hat ein Gesetz erlassen, das „Beihilfe zur illegalen Migration“ unter Strafe stellt, also gegen die Menschen gerichtet, die Flüchtlingen helfen. Italien hat seine Häfen für Rettungsboote geschlossen, in Malta steht der Kapitän der „Lifeline“ vor Gericht, in Deutschland präsentiert die AfD stolz Strafanzeigen gegen Helferorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen. HUMANITÄT WIRD ALSO BESTRAFT. DAS IST DER ABSCHIED DER ZIVILISATION.

Lohnt es sich nicht, Haltung zu zeigen? Auch wenn man persönlich dafür – wie Ärzte ohne Grenzen,denen vom österreichischen Bundeskanzler Kooperation mit Schlepperbanden unterstellt wurde, ohne dass er haltbare Beweise bringen konnte - Anfeindungen einstecken muss? Macht nicht genau das das WESEN DER HALTUNG AUS? 

Ja, es lohnt sich. Es lohnt sich für das höhere Gut. Für die Gemeinschaft, für die Gerechtigkeit, für die Humanität, für das Gute. Denn darum geht es bei der Haltung.

Ich habe gelernt, dass man sich nicht einfach darauf verlassen kann, dass alles so bleibt, wie es ist. Dass ein stabiles Land, in dem Menschen in Sicherheit leben, in dem Minderheiten Schutz genießen, in dem man frei seine Meinung sagen kann, dass all das keine Selbstverständlichkeit ist. Zivilisatorische Errungenschaften haben Jahrhunderte gedauert. Aber mit einem Schnipp, einem Gesetz, einem Dekret können sie dahin sein.

ES KOMMT NICHT AUF DIE AN, DIE LAUT SCHREIEN, DIE PÖBELN UND HETZEN. ES KOMMT AUF DIE ANDEREN AN, DIE GESELLSCHAFT, DIE MEHRHEIT. Die, die HALTUNG ZEIGEN MUSS. DIE GESELLSCHAFT, DAS SIND WIR. JEDER EINZELNE VON UNS.

(Anja Reschke, Haltung zeigen! Oktober 2018

 

Übrigens: Jährlich werden Ärzte ohne Grenzen getötet. Der Verantwortliche für dieses Pfarrblatt unterstützt sie seit Jahren per Dauerauftrag. Falls auch Sie dies tun möchten:

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